Schottland mit dem Motorrad

Hier könnt ihr euere Reiseberichte posten. (Am liebsten als Bericht und nicht nur den Link.. )

Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » So 29. Sep 2013, 10:11

Schottland ist wirklich klein

Kalt wars in der Nacht. Eine Heizung ist nicht an. Tina hat schwer gefroren.

Aber.. nach dem Aufstehen sieht Tina eine Stromleitung unten aus dem Bett herausschauen die uns seltsam bekannt vorkommt. Eine Heizdecke!
Gott sei Dank, die nächste Nacht wird wärmer.

Vor dem Frühstück eröffnet mir auch Sarah dass ihr in der Nacht eingefallen ist dass sie uns nicht erklärt hat wo die Heizung für das Zimmer eingeschaltet wird!

Hö, das wird ne heisse nacht.…

Tina wäscht noch kurz unsere Funktionskleidung durch und hängt sie draußen auf eine Wäscheleine während ich technischen Dienst an unseren Motorrädern durchführe. Wir haben beide den Zeitpunkt verpasst unsere Scottoiler aufzufüllen und so muss ich das ganze feldmäßig machen. Entlüften, auffüllen und neu einstellen.

Doch dann geht es wieder on Tour.
Als erstes geht es in den Glenmore Forrest Park!

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Der Ausblick vom Berg soll gigantisch sein. Mal schauen. Die Anfahrt dorthin und durch den Park ist es auf alle fälle schon mal wert.

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Auf dem Parkplatz angekommen geht es dann für uns auch schon mit er Seilbahn den Berg hinauf. Die Aussicht von hier oben ist Phänomenal!

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Auch wenn die Bergstation eine Touristenfalle ist und die Preise es deutlich sagen, kauf das hier du bekommst sonst rundum nichts ist es ein schöner Ausflug auf den Berg.
Danach folgen dem Malt Whisky Trail um am heutigen Tag ein paar Destillen von innen und auch von außen zu sehen sowie den Whiskyshop in Dufftown einen Besuch abzustatten.

Das alles natürlich wieder auf kleinen Wegen. Es macht mittlerweile Spaß die schottischen Single Road Tracks zu befahren und auch das Links fahren ist mittlerweile sehr angenehm geworden. Soll heißen, wir erschrecken uns nicht mehr bei jedem Auto das uns in einer Kurve auf der rechten Seite entgegenkommt.

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Auch die vielen Moorhühner, die anscheinend stark selbstmordgefährdet sind schrecken uns nicht mehr.

Als wir beim Fahren eine Wiese sehen auf denen sich ungefähr 150 dieser netten Flattermänner befinden fasse ich den Entschluss diese endlich mal gründlich abzulichten. Also Stehenbleiben, Motorrad aus, Helm ab, Kamera rausgefummelt und zum Zaun gegangen.. und.. weg sind die Viecher. Alle weg.. wie vom Erdboden verschluckt. Ich fasse es nicht.

Als wir Tomintoul durchfahren, sehe ich am rechten Straßenrand eine junge Dame die sehr interessiert nach unseren Motorrädern schaut und laut anfängt zu schreien als wir an ihr vorbeifahren. Im Rückspiegel sehe ich noch dass Tina den Arm zum Gruß hebt und die junge Frau ein Bild von uns macht.

Hm.. ich mein.. die Schotten sind ja schon sehr nett.. aber so ein verhalten hatten wir bisher noch nicht erlebt. Oder war es eine Touristin die aus dem Schwalm Eder kreis kommt und sich gefreut hat 2 Motorräder mit HR auf dem Nummernschild zu sehen.

Tina und ich rätseln noch eine Weile dran rum. Mir fällt beim Grübeln auch dann ein das ja Zepi, Dirks Freundin, gemeinsam mit ihrer Tante in Schottland eine Busreise mitmachen. Vielleicht… Nein, das kann nicht sein. Das wäre ein zu großer Zufall.

Auf der anderen Seite werden wir es wohl erfahren wenn dem so ist. Spätestens wenn ich das nächste mal W-Lan habe um ins Forum zu schauen.
Wir haben nach so viel Grübelei endlich Dufftown erreicht.

Rund um Dufftown gibt bzw. gab es insgesamt 7 Destillerien. Dies prägte dann auch das bekannte Wort:

Rome was built on seven hills, Dufftown stands on seven stills
(„Rom wurde auf sieben Hügeln erbaut, Dufftown steht auf sieben Brennblasen“).

Mit zu den bekanntesten zählt wohl die Glenfiddich Detillery.

Dufftown gilt als Whisky-Hauptstadt der Speyside, von Schottland oder sogar der ganzen Welt. Es gibt in dem kleinen Ort nicht nur Whisky-Brennereien, sondern auch Whisky-Geschäfte, ein kleines Whisky-Museum und zweimal jährlich das Spirit of Speyside Whisky Festival.

Als erstes wird der bekannte Whiskyshop von uns gestürmt und kaum dass ich diesen Laden betrete fühle ich mich wie im Himmel.. im Whisky Himmel. Welch eine Auswahl!
Lohnenswert!

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Das Whisky Museum hat leider geschlossen und auch ein Festival ist zur Zeit nicht in Dufftown.

Wir genehmigen usn noch einen Kaffee und 2 Sandwiches in einem kleine Teeroom und besuchen anschließend noch den Shop der Glenfiddich Destille. Sehr groß ist die Verlockung mir eine Flasche direkt vom Fass abzufüllen und mit zu nehmen. Meine Kreditkarte sitzt auch irgendwie locker. Aber .. ne.. besser nicht. Wir haben ja schon Whisky gekauft.. in Dufftown.. also eher fluchtartig verlassen wir die Destille und machen uns auf den Weg zur nächsten. Strathisla , eine Destille die zu dem Chivas Konzern gehört und mit zu den schönsten in ganz Schottland zählt.

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Am Ortseingang von Keith müssen wir mal wieder tanken und es fällt sofort auf dass diese Tankstelle nicht nach Tankstelle riecht. Kein Benzin, kein Diesel.. nein… Whiskyduft zieht durch die Gassen von Keith.
Das liegt wohl auch daran, dass direkt neben der Tanke die Lagerhäuser it dem Schriftzug Chivas stehen und ihren „Angels Share“ munter in die Luft abgeben. Es ist uns auch schon aufgefallen… nur glückliche Kühe auf den Weiden und die Leute hier sind auch am Dauergrinsen und furchtbar nett.

O ja, die Strathisla ist wirklich sehenswert!

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Nach dem Besuch mache ich mir jedoch Gedanken darüber ob wir Gefahrgut Schilder an die Motorräder hängen müssen.
Auf dem Rückweg liegen noch GlenLivet und andere bekannte Destillen die wir aber nur beim vorbeifahren sehen.

Zurück in Richtung Grantown on Spey. In Tomintoul kommen noch mal kurz die Gedanken an die junge Frau von heute Morgen.

Wer das wohl war?

In Grantown on Spey erhalten wir die Antwort darauf. Kurz bevor wir unser B&B erreichen stehen die beiden nämlich wieder am Straßenrand. Die junge Dame kommt zu uns und spricht die Worte die ich wohl nie im Leben wieder vergessen werde.

„Wir kennen ns zwar nicht, aber wir fahren nächstes Jahr zusammen in Urlaub!“

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Zepiiiii!!! Dirks Freundin!!!!! Jetzt ist alles klar und die Gewissheit ist gegeben.. Schottland ist sehr klein!

Das glaubt uns in Deutschland keiner. Also Beweisfoto machen. Rein zufällig übernachtet die Reisegesellschaft ebenfalls in Grantown, in dem Hotel das wir uns für den heutigen Abend auserkoren haben unser Dinner einzunehmen.

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Vielleicht sieht man sich ja da und hat noch etwas Zeit zu quatschen.

Als wir im B&B ankommen fängt es gerade an zu regnen. Schnell die Klamotten von der Leine, heiße Schokolade gemacht und den schönen Tag Revue passieren lassen.
Im Hotel gibt es leider keine freien Plätze mehr. Auch im nächsten Resteraunt ist vor21:20 Uhr kein Platz mehr frei., Ich tue es zwar ungern, aber wir gehen dann zum Inder in das Resteraunt zum Essen.
Fazit Essen gut, Rechnung muss geprüft werden.. und er Dialekt ist immer noch schlimm.

Unser Zimmer ist heute Abend schön warm.
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » So 29. Sep 2013, 10:23

Highland Games

Das warme Zimmer war auch wichtig, denn das Thermometer zeigt heute Morgen 3,4°C an. Ich nenn das frisch.

Das Frühstück ist sehr lecker und das Porridge herausragend.

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Leider ist auch die schöne Zeit hier bei Sarah Jane vorüber und wir packen unsere Motorräder um weiter zu ziehen.
Durch den Besuch vom Glenmore Forrest Park gestern haben wir uns heute etliche Meilen gespart und wir können auf kleine Straßen in Richtung Ostküste fahren.
Etwas Kultur wollen wir ja ab und an machen, und so steht heute der Besuch von Dunnator Castle bei Stonehaven auf dem Programm.

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Die Route dorthin führt uns durch den Cairngorm National Park und lässt sich herrlich fahren. Wir merken aber schnell dass wir die Ostküste erreichen. Die Landschaft sieht aus wie die Wetterau….
Dunnator Castle gehört wohl zu den am meisten fotografierten Schlössern in Schottland. Dies hat es vor allen Dingen seiner Spektakulären Lage auf einer felsigen Landzunge 3 km südlich von Stonehaven zu verdanken.

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Wir erreichen den Parkplatz und sehen auch eine Toilette, die wir beide jetzt gerne aufgesucht hätten, wenn die denn offen wäre.
Aha, ein Schild. Toiletten in der Burg. Eintritt 7,50 GBP. Es ist ein ganz schön langer weg über den schmalen Pfad hinüber zur Ruine. Ob ich das überhaupt rechtzeitig schaffe?
Ein Piper steht oben auf dem Plateau und gibt sein bestes. Viele Besucher, so auch wir, scheuen jedoch den weg bis zu den Ruinen. Da hilft auch kein locken mit Toiletten. Ab auf die Bikes. Ein Wald oder Parkplatz wird schon irgendwann kommen.

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Es geht zurück in den National Park und wir sind beide froh die Ostküste wieder verlassen zu können.
Unser weg führt uns vorbei an vielen Burgen, Schlössern und Golfplätzen. Als wir Braemar erreichen ist auf dem Castle von Braemar die königliche Flagge nicht mehr zu sehen. Also ist die Queen und ihr Gefolge nach den Highlandgames am letzten Wochenende wieder abgereist.

Dies Highland Games bei denen die Schotten verschiedene Wettkämpfe durchführen sind mit Sicherheit sehr interessant und stehen auf meiner Wunschliste mit oben an. Der Nachteil ist jedoch, man findet kein Zimmer zum Übernachten. Es sei denn man hat vorgebucht.

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An der Tankstelle in Braemar treffen wir zwei Deutsche Motorradfahrer aus dem Norden. Sie sind mal eben für ein paar Tage nach Schottland rüber gekommen ohne Plan und so. Sie haben sich in Glasgow ein Zimmer gemietet und fahren dann sternförmig ein paar Routen ab. Auch eine Möglichkeit… Aber ein Zimmer in Glasgow.. ich weiß nicht….

Die Straße die wir nun befahren ist ebenfalls wieder eine Old Military Road die mal ein oder zweispurig ist, aber immer wieder eine bezaubernde Landschaft preisgibt.
Ihren Höhepunkt erreicht sie mit dem Devils Ellbow. Eine Passtrasse zwischen Braemar und Glen Shee mit Steigungen bzw Gefälle von bis zu 33 %. Mit einer Höhe von 670 m üNN ist sie die höchste Passtrasse in Großbritannien. Der Pass stellt die Verbindung von den Lowlands zu den Highlands her.

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Wir erreichen das kleine Städtchen Pitlochry, das unser Tagesetappenziel darstellen soll. Schon als wir in die Stadt hineinkommen sehen wir das hier was nicht stimmt. So viele Leute? Es ist auch nach mehrmaligem rumfahren und befahren von Seitenstraßen kein freies B&BN zu finden. AM Südausgang wird uns dann auch klare warum.
Highland Games!!! Von denen habe ich leider nirgends was gelesen. Ab zur Touristeninfo. Doch dort ist nur ein Kopfschütteln zu bekommen, aber kein freies Quartier mehr. Auch in Aberfeldy 30 Meilen entfernt.. nichts mehr frei.

Hummpf.. und nun?

Die Dame im Touristenbüro gibt uns den Tip nach Perth zu fahren. Eine, etwas größere, Stadt im Süden. Ungefähr 40 Meilen entfernt. Passt uns so gar nicht. Alternative? Crief…
Ich habe noch ein paar B&B von Crieff im Navi gespeichert. Wo auch Empfehlungen von der Seite Ni-kl.de dabei sind für Motorradfreundliche B&B’s.

Es ist schon spät als wir Crieff erreichen und die Suche nach einem B&B verläuft nicht gerade erfolgreich. Die Angst in einer Telefonzelle zu übernachten bringt mich dazu an einem B&B zu klingeln das als Bikerfreundlich ausgeschrieben ist. Als die Tür geöffnet wurde bekomme ich auch gleich gesagt dass keine Zimmer mehr frei sind.

Das weiß ich, steht ja draußen dran, aber ob er mir freundlicher weise helfen könnte eins zu finden. Vielleicht weiß er ja wo was frei ist.

Nett wie die Schotten nun mal sind, macht er das auch und ruft einige bekannte an ob die noch freie Betten haben.

Er findet auch eins! Hurra, etwas außerhalb von Crieff und ein Twin Room. Na egal, wir haben zwar 2 Nächte eingeplant, aber Hauptsache erst mal was gefunden.
Nachdem er mir die Adresse gegeben hat und den Weg beschrieben hat machen wir uns auf den Weg. Nach 6 Meilen erreichen wir dann ??????? und sehen schon eine älteren Herren am Tor stehen der uns freundlich zuwinkt und uns das Tor öffnet welches sich nur mit einer Fernbedienung öffnen lässt.

Sein Name ist Matt, als wir die Helme abziehen kommt auch seine Frau Isabelle aus dem Haus und begrüßt uns freundlich. Matt ist ein lustiger Kerl und so ist nach ein Paar Worten jegliches Eis gebrochen und wir fühlen uns Pudelwohl. Apropos Pudelwohl, 2 Wautzis haben die beiden auch.. und wieder werden die mit Leckerlis bestochen.
Das Zimmer ist schön und geräumig. Wir dürfen wenn wir wollen die Küche mit benutzen.

So ganz sicher ist sich Isabelle nicht ob das Zimmer überhaupt frei ist. Matt quittiert das mit einem Lachen und dem Spruch „Well Organized“ Herrlich die beiden.
Wir fahren mit einem Motorrad nach Crieff um schnell was einzukaufen. Bier und Sandwiches genügen. Müde und erledigt fallen wir in unsere Betten.
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » So 29. Sep 2013, 10:38

Es geht ein Zug im Nirgendwo

Das Frühstück ist einfach traumhaft und wir fragen ob wir evtl. noch eine zweite Nacht hier verbringen können. Jupp, geht klar, sogar im Doppelzimmer!!!! Das wird heute frei!
Juhhuuu.. die zwei sind der Hammer!

Für unsere Tour steht heute einiges auf dem Programm.

Als erstes starten wir in Richtung Loch Rannoch und dem dazugehörigen Rannoch Moor. Dieses wollen wir durchfahren bis wir zur Rannoch Station kommen, ein Bahnhof mitten im Nirgendwo. Weit und breit ist da drum rum nichts als Moorlandschaft. Aber was für eine!

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Genauso wie ich mir das vorgestellt habe. Ok, das Wetter hätte etwas besser sein können.

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Etwas weniger Regen und vor allen Dingen weniger wind wären top. Aber daran können wir nichts ändern.

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Die Tour durch diese Landschaft ist aber trotzdem super. Leider hat der Tearoom an der Rannoch Station geschlossen.

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Dort wollten wir uns eigentlich bei einem Tee aufwärmen, genauso wie wir es in einer Fernsehdokumentation gesehen haben.

Wir fahren auf dem gleichen Weg zurück und diesmal auf der Nordseite Am Loch Rannoch vorbei. Weiter am Loch Tummel bis wir den Aussichtspunkt „Queens View“ erreichen.
Dessen Entstehung ist nicht ganz klar. Manche Quellen gehen davon aus, dass der Punkt nach Queen Victoria benannt wurde, als dieser sich im Jahr 1866 genau dort aufhielt. Andere Quellen behaupten jedoch, der Ort sei nach der Frau von Robert The Bruce, Queen Isabel, benannt. Eine der Damen soll wohl mal gesagt haben „Welch eine Schöne Aussicht“

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Was wir bis dato noch nicht wissen, der absolute Höhepunkt unserer Tour steht uns heute noch bevor.

Unsere Route bringt uns zurück nach Pitlochry in dessen Nähe sich die Edradour Destillerie befindet. Sie ist die kleinste, sich in Betrieb befindliche, Destille in Schottland.
Sie ist recht hübsch anzusehen als wir die enge Straße entlang auf sie zu fahren. Ein Bus mit Korbacher Kennzeichen steht auf dem Parkplatz und wir halten einen kurzen Plausch mit dem Busfahrer bevor wir hoch zur Destille gehen. Schon mal einige Bilder machen.

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Wir wollen an einer Besichtigung teilnehmen und bezahlen den Eintritt. Danach gönnen wir uns noch jeder einen Kaffee, der mit 2,50 GBP im mittleren Preissegmentliegt an dem was wir bisher für Kaffee bezahlt haben.

Die Dame hinter dem Tresen klärt uns aber darüber auf dass in dem Preis die Tasse mit inbegriffen ist. Tüten zum Verpacken gibt’s auch noch dazu.
Was dann folgt ist der absolute Oberhammer und ich denke heute noch an meine Bauchschmerzen die ich vor Lachen hatte.

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Eine alte Dame sammelte im Warteraum / Shop alle Teilnehmer für die Führung ein und brachte uns vor das Malzhaus. Dort erläuterte sie schon mal ein wenig die Geschichte von der Destille und erklärte uns die weitere Tour. Alleine hierbei hat sie uns mit ihrer sehr humorvollen Art begeistert.

Angefangen wird mit einem kleinen Tasting von 2 Whiskys der Destille. Sie sagt aber auch gleich dass die Whiskys erst dann getrunken werden dürfen wenn sie das sagt!
Direkt hinter der Tür bekommen die Herren der Schöpfung 2 Whiskys in die Hand gedrückt, den ersten in einem Tumbler und den zweiten in einem schönen Nosing Glas. Die Damen werden gefragt ob sie einen Whisky oder lieber einen Likör möchten, da ich mir nicht sicher bin ob Tina das verstanden hat antworte ich mit meine schnellen Schnauze nur kurz mit „Whisky“.
Prompt bekomm ich die Retoure. Die Ältere Dame schnauzt mich erst mal freundlich an..

Lass sie für sich selbst sprechen, du willst ja nur den Whisky haben wenn sie ihn nicht mag… uiuiui…

Nachdem wir alle Platz genommen haben versucht der erste tatsächlich einen Schluck Whisky zu probieren..
Rabauz.. „Du sollst erst trinken wenn ich das sage!!!!

Die ist klasse drauf…

Sie erläutert uns woran man einen guten Whisky erkennt und wie man einen guten Whisky probiert.
Es soll nun ein kleiner Film gezeigt werden zu dem es Untertitel in unterschiedlichen Sprachen gibt. Sie fragt wie viele Deutsche hier sind und sagt dann dass die Untertitel in Deutsch sein werden, alle anderen sollen es als kleinen Deutsch Kurs ansehen.

Bevor der Film startet gibt sie den Whisky frei und sagt uns dass wir für jeden jetzt 4 Minuten Zeit haben.

Am Ende des Films bittet sie uns die leeren Gläser vorne abzugeben.. die nehmen aber nur ein Glas zurück. Das Nosing Glas wird eingepackt und uns in die Hand gedrückt.
Wir stehen nun vor den heiligen Hallen.. den Lagerhäusern in denen der leckere Tropfen Jahr für Jahr reift.

Vor der Halle fragt sie jeden Mann nach seinem Lieblingswhisky.. all diejenigen die keinen nennen können unterstellt sie dann Coca Cola…
Ihr Lieblingswhisky ist Caol Isle, sie fragt in die Runde wer von uns weiß was das bedeutet?

Keine Ahnung, aber sie klärt uns auf. Das kommt aus dem gälischen und bedeutet der Sound oft he Island, die Musik oder der Klang der Inseln. Und wenn sie einen Caol Isle trinkt, so hört sie den Sound oft he isles.. je mehr Whisky.. ums so mehr sound.. und mehr und mehr und mehr…

Caol Isle zählt zu den Inselwhiskys und die sind im allgemeinen dafür bekannt sehr sehr rauchig und torfig zu schmecken.. ergo werde ich den Sound niemals hören.. die mag ich nicht…
Am Ende unserer Führung stellt sie uns im Shop noch die einzelnen Whiskys von Edradour vor und erzählt auch etwas über diese. Auch den Likör stellt sie vor und beschreibt was man tun soll wenn man den gekauft hat.

„Zuhause in den Kühlschrank stellen, alle vier Wochen den Kühlschrank öffnen, die Flasche herausholen, schütteln und wieder wegstellen. Zum Trinken eignen sich nur die Whiskys“

Das ist der Moment in dem ein Kanadier neben mir sagt,: „ Du kannst behaupten was du willst, die Frau ist erst 18, die sieht nur so aus weil die so säuft“!

Kinder, ein Erlebnis…. Das war herrlich, aber nach den 2 Whiskys lassen wir uns mit der Rückfahrt noch etwas Zeit…

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Wieder im B&B angekommen begrüßt uns Matt und wir unterhalten uns ein wenig. Ich lade ihn und Isabelle dann für den Abend auf einen Dram Whisky ein. Diese Einladung nehmen sie gerne an und es wird ein wunderschöner und Unterhaltsamer Abend.

Ach ja, unser Gepäck wurde von Matt schon in das Doppelzimmer gebracht und wir fallen fast um als wir dieses Zimmer sehen.
Das Gesicht von Tina als sie die Badewanne sieht werde ich wohl auch nie vergessen.

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Ach ja, so ein Vollbad tut einfach mal gut!
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » So 29. Sep 2013, 11:10

Stormy Days

Das Frühstück am Morgen ist der Hammer, all das was Matt an diesem Morgen auffährt zeigt uns dass auch ihnen der gestrige Abend gut gefallen hat.
Es ist aber leider Zeit Abschied zu nehmen, und auch hier fällt uns der Abschied schwer.

Es geht nun in Richtung Süden in die Lowlands. Bevor wir diese jedoch erreichen müssen wir die Linie Edingburgh / Glasgow wieder überschreiten. Als Route habe ich diesmal die Firth of Fourth Bridge gewählt, was ich aber direkt bereue als wir drauf fahren. Es herrscht ein dermaßen Seitenwind dass mir Ansgt und Bange wird. Auch um Tina mache ich mir große Sorgen. Was für ein Wind auf der Brücke.

Wir sind froh und glücklich als wir die Brücke hinter uns lassen und machen erst mal eine kleine Pause.

Danach geht es zur Roslyn Chappel, bekannt aus Iluminati, leider wollen die hier 9,00 GBP Eintritt haben, was wir für eine kleine Kirche die man in 33 Minuten umrundet hat und in 5 Minuten alles gesehen hat zu viel ist. Auch hier zieht das Argument dass die Toiletten innen sind nicht.

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Also geht es weiter in Richtung Moffat in die Lowlands.

Wer wie ich der Meinung war dass die Lowlands langweilig sind, wird schnell eines Besseren belehrt.

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Der Weg in Richtung Süden ist eine absolut traumhafte Motorradstrecke mit einer Landschaft die der von den Highlands in nichts nachsteht.

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Wir erreichen Moffat am frühen Nachmittag. Genügend Zeit sich ein B&B zu suchen.

Ich habe aus der Vorbereitung einige im navi und steuere das erste an. Leider ist dort nichts frei . Ein Nachfrage ob sie uns helfen können wird auch hier gerne erfüllt.
So landen wir wenige Minuten später bei unseren nächsten Gastgebern.

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Da wir noch zu früh sind, gehen wir noch einmal in die Stadt zu einem kleinen Bummel und schauen uns um.
Später dann gibt es noch einen Begrüssungstee mit allen Gästen des B&B’s.

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Am späten Abend dann gönnen wir uns noch ein leckeres Abschlussdinner in Schottland.

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Unsere Reise geht nun dem Ende zu.

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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Timberwolf » So 29. Sep 2013, 11:36

Tränenreicher Abschied

Es regnet als wir am nächsten morgen Moffat verlassen und uns auf den Weg nach New Castle machen.

Obwohl die Landschaft auch hier wieder traumhaft ist, kann ich persönlich die Fahrt nicht so recht geniesen.
Viel zu schnell sind die letzten beiden Wochen vergangen.

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Wir passieren Carter Bar und lassen den Abschlusstee, aufgrund des heftigen Regens und des starken Windes ausfallen. Das Wetter bessert sich, als wir New Castle erreichen. Die Wartezeit vor der Fähre ist relativ kurz. Es sind auch nicht so viele Motorradfahrer am Fährhafen.

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Zwei Schweizer Pärchen gesellen sich zu uns, und wir unterhalten uns über das erlebte der letzten Wochen. Sie sind ebenfalls von Schottland so begeistert wie wir.

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Das Boarding geht recht zügig von Statten und diesmal stehen wir in dem Bereich für Motorräder. Viel mehr Platz und bereit liegende Spanngurte.

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Auch unsere lieben Trikefahrer aus der Schwalm sind wieder an Board der Fähre.

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Wir gönnen uns ein paar Bierchen und nehmen zum Abschluss in der Bar noch gemeinsam einen letzten Whisky zu uns, während wir einem Musiker lauschen.

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Danach geht es in die Kabine mit der Hoffnung dass die Fahrt ebenso ruhig ist wie die letzte.

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Als wir in Amsterdam ankommen zeigt uns der Himmel noch mal was alles so runterkommen kann. Es sind wohl die Abschiedstränen von einem unvergesslichen Urlaub.
Mir kommt noch einmal eine LKW Werbung in den Sinn die wir zu Beginn der Reise gelesen haben:

„Natürlich fahre ich langsam, aber ich bring Ihnen ihren Rotwein nach Hause..“

Ob der das gemacht hat?

Wir sind nun am Ende unserer Tour angekommen.

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Es war ein absoluter Traum der regelrecht nach Wiederholung schreit. Und es steht für uns jetzt mit absoluter Sicherheit fest.

Schottland… Wir kommen wieder!

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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon Rhöntourer » Sa 5. Okt 2013, 12:25

Wow... :43: Bericht und klasse Bilder :40: macht Lust und genug Tinchenwetter gabs ja auch.
Wenn wir ja nicht parallel in Kanada gewesen wären....

LG vom kleinen Freund
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Re: Schottland mit dem Motorrad

Beitragvon ArminGI » Mo 21. Okt 2013, 22:47

Schottland ist ein sehr sehenswertes Fleckchen Erde und der Reisebericht ist sehr gut geschrieben, denn er beschreibt das Erlebte mit all Euren Emotionen!
Daneben ist er auch sehr informativ und mit eindrucksvollen Bildern geschmückt: Chapeau!
Einen kleinen Teil Schottlands kenne ich von meinen früheren Dienstreisen her, aber bekam ich immer nur ein kleines Stück der Ostküste zwischen Edinburgh und Dundee zu sehen. Die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Schotten habe ich auch erlebt und über ihre "Malts" können sie abendfüllende - und meist abfüllende - Geschichten erzählen.
Das Wetter ist halt so eine Sache ...

Eine tolle Reise habt Ihr da gemacht, herzlichen Dank fürs Mitfahrendürfen!
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