Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Hier könnt ihr euere Reiseberichte posten. (Am liebsten als Bericht und nicht nur den Link.. )
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Rhöntourer
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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Rhöntourer » Mi 3. Aug 2016, 20:50

23.06.2016 - Oldtimer, Überaschung und wahre Helden

Der nächste Morgen startete wie die vorhergehenden, mit stahlblauem Himmel. Kurz hinter dem Ortschild von La Seu rechts Richtung Sort fiel mir ein Fahrzeug mit Anhänger auf. Darauf stand was von Seat Classic Cars….aha. Was es bedeutete, sollten wir kurz darauf erfahren. Zunächst stramm bergauf, verfolgt von heiß gelaufenen deutschen "Sportfahreren" tauchten an einer Baustelle die ersten Seat 600 vor uns auf; hier war also eine Schnauferlralley unterwegs. Eigentlich ganz nett, die Fahrzeuge waren liebevoll gepflegt und mit allerlei Zubehör aus der Zeit geschmückt, aber mit einer Teilnehmerzahl von mind. 100 Fahrzeugen kein echter Spaß wenn man zwar mit Genuss aber dennoch zügig Motorrad fahren will. Und es kam wie es kommen musste, nachdem alle überholt waren kam der dezente Hinweis meiner Weltsozia: "Schau mal da hinten…ein schöner Platz für nen Kaffee und was zu frühstücken..". Unnötig zu erwähnen das alle während unseres Kaffees wieder an uns, zum Teil winkend und hupend vorbei zogen….Gott sei Dank war deren Etappenziel das nahe Sort und so blieben uns weitere Überholmanöver erspart. In Sort noch etwas für das mittägliche Picknick eingekauft und getankt und weiter durch das Vall d'Aneu zum Pass "Port de la Bonaigua". Das vor uns fahrende Polizeifahrzeug war in dem nur kurzen Stück ohne Überholverbot relativ schnell überholt, sehr zur Freude einiger Bauarbeiter die uns am Wegesrand freudig applaudierten. Da die eigentliche Passhöhe mit 2.072 Metern leider durch Skilifte verschandelt ist, ging es noch ein paar Höhenmeter bergab um auf einem Schotterplatz mit einem tollen Blick auf die Gipfel des Nationalparks "Aigües Tortes" zum Mittagspicknick anzuhalten. Wir waren zunächst ganz allein, jedoch kamen rasch weitere Motorradfahrer hinzu. Zunächst eine Gruppe Briten, die nicht mal ein "Hi oder Hallo" herausbrachten, dann kam kurz darauf eine GS Adventure angeflogen, die mir bekannt vorkam. Nach einem "Hallo, ich bin Jörg aus Hamburg", stellte sich heraus das es sich um den gleichen handelte der uns in Narbonne schon überholt und gegrüßt hatten; bei einem kurzen Plausch wurden die weiteren Ziele ausgetauscht. Beim Blick in unsere Karten (Michelin Maßstab 1:150.000) bekam Jörg plötzlich große Augen, begleitet von "oh geil was habt ihr denn da, Boah was sind da für Straßen eingezeichnet…?". Wir waren umso erstaunter als er seine Karte, nach der er die Pyrenäen bereiste, gezückt hatte. Die Übersichtskarte für die Pyrenäen vom ADAC auf DIN A 3, Maßstab 1:irgendwas. Eigentlich zu beneiden….er fuhr immer der Nase nach. Nach der Rast und ein paar guten Wünschen ging es weiter Richtung Vielha durch das Naut Aran, einem beliebten Wintersportgebiet, das die spanische Prominenz, unter anderem auch die Königsfamilie gerne besucht . Über den Col du Portillon (1.293) ging es zurück nach Frankreich und Bagneres de Luchon. Der Col de Peyresourd (1.569) gefolgt vom Col d' Aspin (1.490) waren die Vorbereitung auf den meistbefahrenen Pass der Tour de France wenn es in durch die Pyrenäen geht. Der Col de Tourmalet ist mit 2.115 Metern der höchste asphaltierte Straßenpass der französischen Pyrenäen und verdankt seinen hohen Bekanntheitsgrad der zentralen Rolle in der Geschichte der Tour de France und der Tatsache, dass er auch in den gegenwärtigen Auflagen der Tour sehr häufig überquert wird. Nach den obligatorischen Fotos vor dem berühmten Denkmal für die Radfahrer steuerten wir unser Ziel für die nächsten 2 Tage in Bareges, unterhalb des Tourmalet an. Von hier aus soll es am nächsten Tag zu einer Wanderung im Cirque des Gavarnie gehen. Die von uns gewählte Unterkunft, das Hôtel Les Castets d'Ayré ist ein Haus mit einfachem Standard, was jedoch nicht bedeutet dort schlecht untergebracht zu sein. Das Essen ist hervorragend und die Gastgeber Natalie und Phillipe sehr herzlich. Das Motorrad musste auf Anordnung des Hausherren auf eine kleine Terrasse neben dem Eingang bugsiert werden, hierfür wurden extra zwei Tische und Stühle zur Seite geräumt. Das anschließende Tourbier in Form von Leffe, einem gezapften belgischem Klosterbier schmeckte in der untergehenden Abendsonne echt gut und lies die Anstrengungen des Tages und der des Gepäcktransportes in den dritten Stock schnell vergessen. Leider lies die aufziehende Bewölkung keine Sternenbeobachtung am Abend zu; einem Hobby von Phillipe dem Hausherrn. Das Abendessen jedoch entschädigte dafür voll und ganz, es war echt köstlich.

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Rhöntourer » Mi 3. Aug 2016, 21:04

24.06.2016 - Wandertag, Felsenkessel zum erwandern und erfahren

Der Morgen begann so wie der gestrige Tag zu Ende ging, zunächst ein wenig trüb. Die Wolken die am Abend ins Tal gezogen waren drückten gegen die Berge und stauten sich; na hoffentlich wird das was mit der Wanderung. Also die Trekkinghosen an und die paar Kilometer nach Gavarnie gefahren. Unterwegs durch Luz-Saint-Sauveur, dann links Richtung Gedre und dort erstmal ein kleines Frühstück in Form von Kaffee und zwei belegten Baguette "Jambon e Emmental" eingeworfen, woebei eines der Baguette den Weg als Marschverpflegung für die Mittagsrast in den Rucksack fand. Die Verkäuferin des benachbarten Alimentairo, in diesen kleinen Läden gibt es alles aber wirklich alles, fragte mich ob wir auch in Lourdes waren oder dort hin wollten. Sie war letzten Sonntag mit ihrer 1200er Suzuki Bandit zu einem Motorradgottesdienst dort; mit 30.000 weiteren….naja. Nach den obligatorischen guten Wünschen ging es weiter nach Gavarnie, einem Ort der definitiv vom Tourismus lebt und von dem aus man neben einer Wanderung den Weg zum Cirque auch auf Pferden und Eseln zurücklegen kann. Die Parkplätze sind überall kostenpflichtig aber mit 2 Euro für das Motorrad auch bezahlbar. Die Helme wurde angekettet, die Jacken fanden den Platz in den Koffern und los gings, immer der Nase nach. Schon vom Parkplatz aus war das imposante Panorama des Cirque de Gavarnie immer im Blick. Der Cirque de Gavarnie ist ein Felsenkessel im Nationalpark Pyrenäen an der Grenze zu Spanien und ein wirklich imposantes Naturerlebnis. Der Kessel hat einen Durchmesser von ca. 2 km und liegt etwa 1700 m über dem Meer und die ihn umgebenden Berge überragen den Grund des Kessel um mehr als 1500 m . Von diesen stürzen sich die Gavernie-Fälle herab, die mit der Grand Cascade auch den höchsten Wasserfall Europas vorweisen können. Der Cirque de Gavarnie ist seit 1997, aus meiner Sicht völlig zurecht, Weltkulturerbe der Unesco. Auch wenn man den Cirque eigentlich immer sieht, sind Panorama und die Eindrücke erst unvergleichlich wenn man mitten im Kessel steht. Die Getränkeversorgung auf dem Weg war hervorragend, an alle Ecken und Enden sprudeln klare und eiskalte Gebirgsbäche; eine Erfrischung die angesichts der strahlenden Sonne auch notwendig war, denn das trübe Wetter vom Morgen war wie weggeblasen. Auf dem Weg dorthin gönnten wir uns einen kleinen Kaffee in einem Lokal das zu einem Campingplatz gehörte und kamen mit dem Koch ins Gespräch. Der war Holländer und wollte eigentlich zurück nach Paris zu seiner Freundin, hatte jedoch die Rechnung ohne die streikenden Bahnbediensteten gemacht. Na hoffen wir mal das er mittlerweile dort angekommen ist. Zurück von dieser beeindruckenden Landschaft haben wir noch den nebenan gelegenen Cirque de Troumouse in Angriff genommen, der ziemlich motorradfreundlich bis in seinen Kessel auf 2.100 Meter Höhe auf einer mautpflichtigen Strasse befahrbar ist. Der Cirque de Troumouse ist zwar nicht so beeindruckend wie der Gavarnie, hier fehlen die Wasserfälle, aber deutlich größer. Die herannahenden Wolken ließen uns schließlich den Weg in die Unterkunft antreten, nicht ohne vorher noch schnell zu tanken und einen Sechserpack "Leffe" im Supermarkt zu kaufen. Beim Abendessen erzählten die Wirtsleute uns vom Dorffest am Abend und das sie da zum Tanzen hin wollten und sie sich über unsere Begleitung sehr freuen würden. Neeee, nach Tanzen war uns nicht und wir lehnten dankend ab und es wurde erstmal das leckere Abendessen serviert. Beim Käse bequatschten wir noch, dass sie Probleme mit Wasser haben, das bei Gewittern von der Strasse in den Gastraum läuft. Wenige Minuten später konnten wir uns selbst davon überzeugen. Ein Gewitter vom aller feinsten ging über uns nieder und setzt zunächst die Terrasse auf der der Tiger parkt unter Wasser, der folgende Hagel kam vom Dach noch hinzu….hoffentlich springt die Fuhre morgen wieder an….das nachfolgende Wasser drückte von der Strasse auf die kleine Terrasse und in das Hotel. Also alle Mann angepackt und mit Besen, Schrubbern und Handtüchern den Kampf aufgenommen, während Phillipe ziemlich erfolglos versuchte mit einer Werbetafel das weitere Eindringen von Wasser zu verhindern. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei, nur nach Tanzen war den beiden nicht mehr und nachdem wir uns alle wieder ein wenig getrocknet hatten gab es eine Flasche Dankeschön-Champanger. A la Votre…..der Abend wurde noch lustig und unterhaltsam mit den wenigen Gästen, unseren Gastgebern und der Unterhaltung mit Händen und Füßen.

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Rhöntourer » Do 4. Aug 2016, 20:52

25.06.2016 - Atlantik wir kommen

Leider hatte das abendliche Gewitter die Wolken im Tal des Gorges de Luz vergessen und so starteten wir bei Nebel und ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit. Das Gepäck war schnell verstaut und wir verabschiedeten uns von Phillipe, Natalie war einkaufen und deshalb nicht da. Schade! Aber ehe wir uns versahen bog Sie mit ihrem Auto auf den Parkplatz ein um uns sofort mit einer umwerfenden Herzlichkeit zu verabschieden. Den anschließenden Wortwechsel mit Philipe konnten wir nur als Anschiss interpretieren, warum er uns ohne ihre Verabschiedung fahren lassen wollte. Nachdem Philipe uns noch prophezeit hatte das auf dem von uns angesteuerten Col d'Aubisque auf jeden Fall die Sonne scheint fuhren wir in den Sommerklamotten los. Ein wenig Nieselregen schadet nicht und ist sicher bald vorüber. In Argeles-Gazost ging es nach links auf die D918 durch das Azuntal in Richtung Col du Solour wieder bergauf. Leider nahm mit jedem Höhenmeter auch die Luftfeuchtigkeit zu, die sich zu einem leichten Regen mauserte. Also doch die Gore-Tex-Pelle darüber gezogen und weiter. Aber wie das so ist….mit jedem Meter wird die Sicht schlechter und so waren wir froh das Passchild des Col in 1.474 m Höhe überhaupt zu sehen und fotografieren zu können. Die anschließende Auffahrt zum 1.709 m hoch gelegenen Col d'Aubisque wird garniert durch den Cirque du Litor und ist Landschaftlich sehr reizvoll, zumindest laut Reiseführer. Leider hielten sich die Wolken äußerst hartnäckig, so das die volle Konzentration auf den wenigen Metern freiem Blick vor dem Vorderrad lagen. Die uns entgegen kommende Kolone von BMW-Cabrios mit offenem Dach lies uns auf ein besseres Wetter jenseits des Passes hoffen, was sich nicht wirklich erfüllen sollte. Auf der Passhöhe erwarteten uns nasskalte 8 Grad, welche ein willkommener Anlass für eine Einkehr waren. Auch hier war in der vergangenen Nacht ein schweres Gewitter nieder gegangen und die Wirtsleute hatten mit der Stromversorgung zu kämpfen. Die feste Versorgung war ausgefallen und das Notstromaggregat versagte immer wieder seinen Dienst, so das der Kaffee und das Baguette in einer dunklen Küche zubereitet wurden. Die Abfahrt nach Laruns brachte immerhin wieder klare Sicht, wenn auch die Bewölkung nicht nachlassen wollte. Nach einer Runde um den zentralen Brunnen auf den Dorfplatz von Laruns sind wir kurz darauf mal wieder auf eine kleine Nebenstrecke, die D 294 Richtung Escot abgebogen. Die landschaftlich schöne Strasse brachte uns über das Plateau de Benou zum Col de Marie-Blanque, dem ein wenig spektakulärer Streckenverlauf folgte und uns schließlich nach Issor brachte, einem kleinen Dörfchen in dem wir für die Rückfahrt bereits eine Unterkunft gebucht hatten. Nach einem Tankstop und einer kleinen Verpflegungsaufnahme auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Saint-Jean-Pied-de-Port wollten wir nur noch das Tagesziel, den Atlantik erreichen. Auf der weiteren Route reisten wir über den Col d' Ispeguy kurz nach Spanien ein und passierten Dantxarinea, ein kleines Kaff das gespickt war mit Tankstellen und Outletcentern…naja, schön geht anders. Hier begann auch der Abstieg aus den Höhenlagen der Pyrenäen und wurde mit jedem Meter talwärts mit steigenden Temperaturen quittiert und ehe man sich versieht, ist man wieder im französischem Teil des Baskenlandes. Ein paar schwungvolle Kilometer später erreichten wir den Ortsrand von Saint-Jean-de-Luz und steuerten bei einem ordentlichen Samstag-Nachmittag-Verkehr die ausgewählte Unterkunft an. Der Check-In war schnell erledigt und zu unserer Freude verfügte das Hotel über eine angeschlossene Feriensiedlung. Warum die Freude? Hier besteht die Möglichkeit für zugegeben ordentliches Geld eine Waschmaschine zu benutzen. Nach dem Waschen und der anschl. Dusche fuhren wir mit dem Taxi in die Innenstadt und die platzte aus allen Nähten. Es war ja Samstag und darüber hinaus feierte man den Schutzpatron der Stadt und alle, wirklich alle waren mit schwarzen Hemden bzw. Blusen und roten Halstüchern bekleidet, einer Art "Tracht" der Basken. Nach einem kurzen Rundgang knurrte der Magen ganz gehörig und wir entschieden uns den Tipp aus dem Reiseführer von Dirk Schäfer zu besuchen. Die Grillerie du Port ist ein sehr einfaches Restaurant direkt am Hafen in dem man aber äußerst schmackhafte und günstige Fischgerichte serviert bekommt. Der Andrang war groß und zur Stoßzeit bezahlt man die gewählten Speisen und Getränke direkt am Eingang und bekommt einen Platz zugewiesen. Pro Gast gibt es ein einziges Glas, aus dem man halt abwechselnd Wein und Wasser trinkt. Die gegrillten Sardinen und Muscheln waren einfach aber irgendwie ehrlich und gut und trugen zur Entspannung und dem Eintauchen in die vorherrschende gute Stimmung bei. Da der trübe Tag wirklich anstrengend war beschlossen wir den Abend auf dem Balkon unseres Hotelzimmers ausklingen zu lassen. Am Taxistand des nahen Bahnhofs fuhr uns ein bzw. das einzige Taxi vor der Nase weg und so warteten wir zunächst und beim Anruf in der "Taxizentrale" wurde mir versichert, dass wir das nächste freie Taxi bekommen sollten; na gut. Zwischenzeitlich stießen zwei junge Italiener zu uns, die ebenfalls ein Taxi suchten und weiter nach Biarritz wollten. Sie stellten sich als Pilger vor. Da Biarritz nicht wirklich am Jakobsweg liegt würde ich eher auf Backpacker tippen … aber egal. Da wir in die gleiche Richtung wollten, einigten wir uns auf eine gemeinsame Fahrt, auf die sich der Fahrer des wenig später erscheinenden Taxis auch einließ. Müde von der Tagesetappe aber doch sehr zufrieden bezogen wir auf unserem großen Balkon die Stühle. Bewaffnet mit einer Flasche Wein und zwischen unserer trocknenden Wäsche genossen wir die angenehmen Temperaturen und die klare Luft des Atlantiks.

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Rhöntourer » Do 4. Aug 2016, 20:57

26.06.2016 - Vom Atlantik zu den Pilgerpfaden

Die Route führte uns Südwestlich Richtung Spanien und zunächst durch die Altstadt von Saint-Jean-de Luz und vorbei am Port de Peche immer weiter Richtung Spanien. Das der Fischereihafen von Sain-Jean-de-Luz der bedeutendste Hafen für den Thunfischfang in Frankreich ist, fällt eigentlich gar nicht auf. So ruhig und beschaulich wie es hier zugeht. Wir folgen der Küstenlinie der Cote Basque und geniessen den herrlichen Ausblick auf den Atlantik und den blauen Himmel mit seiner zarten Bewölkung. An der Strandpromenade von Abbadie ist das ideale Plätzchen für das Frühstück gefunden um einen Kaffee und ein echt süßes Gebäckstück zu verdrücken. Nach wenigen Kilometern überqueren wir mit dem Fluss Bidassoa erneut auch die Grenze zu Spanien um in Irun den Weg zum Cabo Higer und seinem Leuchtturm zu suchen, der nach einigen Rundfahrten in den reichlich vorhandenen Kreiseln auch gefunden wurde. Nach dem Fotostop ging es weiter über die GI-3440 die über die gesamte Höhenlage des Monte Jaizkibel, einem Höhenzug der die Stadt Irun vom Atlantik abschirmt. Nach der Abfahrt ging es wieder südwärts und wir folgten dem Rio Urumea auf der GI-3410 über reichlich einsame Kilometer. Da wir es versäumt hatten für das Mittagspicknick etwas einzukaufen, beschlossen wir in ? , einem kleinen Ort eine Kleinigkeit zu essen. Das örtliche Restaurant war jedoch offensichtlich mit einer Familienfeier und vielen Ausser-Haus-Bestellungen etwas im Stress, so das die Möglichkeiten etwas zu bestellen nicht über einen Cortado hinaus ging. Also ein Stück Schokolade zwischen die Zähne und weiter. Die folgenden Kilometer brachten uns durch einsame und dicht bewaldete Täler immer tiefer in die Provinz und das ehemalige Königreich Navarra. Da sich der Himmel immer stärker bewölkte verlief die weitere Fahrt ohne größeren Stop. Nur zum Tanken hielten wir noch einmal, um dann das Tagesziel Roncesvalles anzusteuern. Roncesvalles und das ehemalige Augustinerkloster stellt einen wichtigen Teil des Jakobsweges dar, drei der vier wichtigsten Pilgerwege nach Santiago de Compostela gehen von hier aus gebündelt über die Pyrenäen. Wir hatten ein Zimmer in dem zum Hotel umgebauten Kloster gebucht und waren echt beindruckt. Trotz des Umbaus zu einem modernen Hotel hat man den Charme und die Mystik die ein solcher Ort versprüht erhalten. Das Restaurant bietet neben den üblichen spanischen a la Carte Gerichten auch ein Pilgermenü an. Hier kann man aus verschiedenen Vorspeisen, Hauptgängen und Nachspeisen wählen. Zusammen mit einer (auf Wunsch auch mehrerer) Flasche Wein und Wasser kostet es für Pilger 10,-- und für normale Gäste 16,-- Euro. Eine ziemlich faire Sache und so genossen wir gemeinsam mit anderen Gästen und Pilgern ein echt leckeres und reichhaltiges Mahl. Für den Absacker in Form eines Brandys in einem echt riesigen Cognacschwenker wählten wir den Eingangsbereich des Hotels, der wohl der ehemalige Kreuzgang des Klosters war. In bequemen Sesseln sogen wir die Atmosphäre, die durch klerikale Gesänge im Hintergrund noch verstärkt wurde auf und warteten darauf, das der Schwarze Abt, zumindest ein paar Ordensbrüdern an uns vorüber huschen.

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Rhöntourer » Fr 5. Aug 2016, 08:59

27.06.2016 - Untger Geiern

Der Wind, der uns in der vergangenen Nacht schlecht schlafen lies und durch die Klostermauern fegte, hatte nachgelassen und die Regenwolken des Abends vertrieben. Bevor wir die Fahrt fortsetzten, entschlossen wir uns nach dem Blick auf die Karte noch ein Stück auf der N135 zu fahren und einen naheliegenden Aussichtspunkt anzusteuern. Die Passhöhe des Puerto de Ibaneta war schnell erreicht und der Abzweig zum Aussichtspunkt leicht zu finden. Da der Weg nur geschottert war und rasch immer schlechter wurde, haben wir angesichts der Beladung des Motorrads bald gewendet und sind zurück zur Strasse gefahren. Angesichts des vielversprechenden Zickzack-Musters auf der Karte in Richtung Frankreich kurzerhand den Blinker rechts gesetzt und der N115 ein ordentliches, mit Kurven, feinem Asphalt und wenig Verkehr gesegnetes Stück gefolgt, bevor wir nach 30 km wieder gewendet haben um das eben gefahrene Stück in die andere Richtung zu genießen. Nachdem wir nochmals durch Roncesvalles gefahren sind, ging es über die NA140 durch das Salazar-Tal und am Ende des Tals nach links, an einem Stausee entlang wieder ein paar kurvige Kilometer Nordwärts. Plötzliche Schatten auf der Straße ließen uns ein wenig stutzig werden, wo kommen die denn her? Sie stammten von einer stattlichen Anzahl von Geiern, die über unseren Köpfen ihre Kreise zogen, uns neugierig begutachteten und in den umliegenden Felswänden ihre Horste haben. Die folgende NA140 führte uns über eine Hochebene und hatte immer wieder atemberaubende Blicke in die Sierra de Abodi und den Hauptkamm der Pyrenäen parat. In Ochagavia verhieß ein Abstecher in die Sierre de Abodi wieder viel zu sehen. Leider hat sich meine Hoffnung auf eine Rundfahrt, die sich durchaus aus der Karte ableiten lies, nicht erfüllt. Nach dem Überqueren der Passhöhe des Passo Tapia (1.340 m) ging es durch den Irati-Wald, bis die Strasse schließlich am Stausee von Irabia endete. Also wenden und die Strecke zurück. Der Irati-Wald, der mit 17.000 Hektar den größten zusammenhängenden Buchenbestand Europas vorweisen kann, ist auch die Heimat des Laminak eines baskischen Zwerges, der uns jedoch nicht über den Weg gelaufen ist. Wieder zurück auf der geplanten Route ging es jetzt durch das Tal des Rio Anduna Richtung Frankreich. Die Grenze verläuft hier wie so oft auf den Bergen und bildet mit dem 1.585m hohen Port de Larrau den Übergang nach Frankreich. Die Landschaft ist hochalpin und wird auf der französischen Seite durch Almen und ihre vierbeinigen Milcherzeuger geprägt. In dieser Landschaft queren wir noch den Col d'Erroimendy, der mit 1.350 m ebenfalls oft Teil der Tour de France ist. Bei der weiteren Abfahrt ins Tal wurde uns wieder bewusst in Frankreich zu sein, der Zustand der Strasse lies da kein Zweifel aufkommen. In Laugibar, am Eingang des Gorges d'Holzarte lud eine Bar am Straßenrand zu einer Pause, die mit einem Crepes den Blutzuckerspeigel wieder ansteigen lies. Weiter ging es nach Saint-Engrace vorbei am Gorges de Kakuetta, den wir morgen erwandern wollten. Die Strecke über den Col de Suscousse (1.216m) und den Col de Soudet (1.520m) war gespickt mit Steinschlägen. Die Warnungen sollte man also ernst nehmen und diese wurden garniert von den Hinterlassenschaft der freilaufenden Kühe. Ich dachte mir noch, Junge hier musst Du aufpassen. Aber dazu später mehr. Die anschließende Strecke führte uns abermals sehr einsam und kurvig nach Issor. Hier wollten wir zwei Nächte verbringen und am morgigen Tag wieder mal wandern. Das obligatorische Tourbier schmeckte am ziemlich kühlen Pool vorzüglich. Die Unterkunft Les 3 Baudets wurde bis letztes Jahr von einem Deutschen geführt und hat einen Namen unter den Tourenfahrern in den Pyrenäen. Seit diesem Jahr ist es in neuem Besitz und das Betreiberpaar Evelyne und Bruno sind sichtlich um ihre Gäste bemüht, wenngleich man merkt das Sie nicht aus der Branche sind. Das Essen jedenfalls war lecker. http://3baudets-pyrenees.com

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Rhöntourer » Fr 5. Aug 2016, 16:19

28.06.2016 - Ein alter Bahnhof und weitere Hinterlassenschaften

Als Wandertour hatten wir uns den Gorges de Kakuetta ausgesucht, was allerdings nicht den ganzen Tag dauern dürfte und da wir auch keine Lust hatten den restlichen Tag am Pool zu liegen wurde kurzerhand noch eine Tour ausbaldowert. Also dann, auf zurück nach Spanien. Auf der landschaftlichen sehr reizvollen N134 ging es gemütlich durch das Val d'Aspe Richtung Spanien. Bevor die Strasse in einem Tunnel und mit ihm der gesamte aber überschaubare Verkehr verschwindet einen Schlenker nach links auf die D834 und bei wirklich herrlichen Ausblicken dem Porto (Col) de Somport entgegen. Wie so oft verläuft auch hier die Grenze auf der 1.640 m hoch gelegenen Passhöhe, der eine kurze Abfahrt Richtung Canfranc Estacion folgt. Der Blick von oben auf den kleinen Ort irritiert schon etwas, da das enge Tal von wenigen Häusern gesäumt wird, in deren Mitte sich ein Bahnhofsgebäude von stattlichen 241 m Länge befindet. Der Bahnhof wurde 1921 erbaut und diente bis zu seiner Schließung 1970 als Umsteigebahnhof für Bahnreisende. Unterschiedliche Spurweiten der französischen und spanischen Eisenbahn machten dies erforderlich. Mit seinen 75 Ein- bzw. Ausgängen, dem angerosteten Zaun der vom Betreten abhalten soll und Weichen, die noch von Hand bedient werden, ein mystischer Ort; ein echter Lost Place. Nach einer ausführlichen Fotopause ging es zurück auf die Passhöhe wo wir erstmal wieder mit einen Cortado die Lebensgeister aufweckten. Die weitere Strecke führte uns über kleinste Strassen, wie in Frankreich üblich leider auch in schlechtem Zustand, über den Col de Labays (1.354m) und den am Vortag schon befahrenen Col de Suscousse Richtung Saint-Engrace und dem Gorges de Kakuetta. Ich erinnerte mich gerade noch an meine Gedanken von gestern, blos auf die Steinschläge und Kuhfladen aufzupassen, als in einer Linkskurve auf einer Kuppe passierte. Mit dem Vorderrad erwischte ich ziemlich zielsicher einen riesigen und gerade erst dort abgeladenen Kuhfladen. Was für eine Sch….e! Die anschließenden Flüche würden alleine schon einen mehrseitigen Bericht ergeben und gehören hier nicht hin, es sei nur soviel gesagt: Die grobe Reinigung von Fahrer und Maschine war ein ziemlich nervige Aktion die am nächsten Gebirgsbach begonnen wurde. Mit etwas Verspätung kamen wir schließlich am Gorges an, verstauten Jacken und ähnliches in den Koffern und unterhielten uns noch etwas mit dem freundlichen Eisverkäufer neben dessen Bude wir das Motorrad parkten. Nach dem Kauf einer Eintrittskarte in einer Bar ging es dann in den Gorge hinein, zunächst über einen steilen Anstieg, der uns gehörig den Schweiss aus den Poren trieb. Der eigentliche Zugang liegt dann hinter einem Fels den man durch einen kleinen Tunnel erreicht. Über Stege und Felsen geht es einige Kilometer durch eine enge Schlucht deren Felswände bis zu 300 Meter hoch über unsern Köpfen dafür sorgen das nur wenig Licht nach unten dringt. Am Ende der Schlucht markieren ein Wasserfall und eine kleine Höhle den Wendepunkt bevor es auf dem selben Weg wieder zurück geht. Die Rückfahrt nach Issor ging flott von statten und wir steuerten zunächst noch Aramits, einen etwas größeren Ort an. Zum einen musste ich noch etwas Bargeld besorgen, im 3 Baudets ist keine Kartenzahlung möglich, zum anderen hoffte ich auf einen Hochdruckreiniger an einer Tankstelle um dem Tiger nach der Katzenwäsche am Mittag noch etwas gründlicher von der Kuhsch….e zu befreien. Die Tanke befand sich an einem Supermarkt und verfügte über eine Waschbox. Die anschl. Suche nach dem Geldautomat war etwas schwieriger, da die Stelle die das Navi hierfür bereithielt eine umzäunte Wiese mit Schafen war. Also kurzerhand im Supermarkt, in dem meine Weltsozia währenddessen noch ein paar Getränke gekauft hatte gefragt und siehe da, ein Geldautomat direkt an der Kasse.

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Rhöntourer » Mo 8. Aug 2016, 20:40

So, zwei weitere Tagesberichte sind fertig. Morgen Abend noch die passenden Bilder hochladen und dann gibt's wieder Lesestoff.....

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Rhöntourer » Di 9. Aug 2016, 21:27

29.06.2016 - Zurück ins Mittelalter, oder die Flucht vorm Gewitter

Nachdem es die ganze Nacht geregnet hat, hingen die Wolken und der Nebel heute morgen tief. Was tun? Regenkleidung drüber? Nach dem ersten Check des Wetterberichts, erstmal in Sommerklamotten los. Nach dem Packen und Auschecken ging es wieder Richtung Spanien. Angesichts der noch tief hängenden Wolken haben wir in Laruns, am Fuß de Col de Pourtalet erstmal einen Kaffee und ein Croissant genossen und für das mittägliche Picknick eingekauft. Dieser ausgedehnte Stop sollte sich lohnen. Waren es im Tal nur 17 Grad, kam mit jedem Meter Höhe die Sonne durch und die Temperaturen stiegen.

Die Anfahrt zum Col de Pourtalet und der Pass selbst gehört zu den schönsten die ich bisher gefahren bin....und das sind schon einige. Die Grenze zu Spanien verläuft auf der Passhöhe und mit jedem Meter der Abfahrt wurde es noch wärmer, bis zu 32 Grad an diesem Tag. Es folgte ein kurzer Abstecher durch das Tal "Garganta del Escalar" in das älteste Thermalbad Spaniens, Balnearios de Panticosa, einem Urlaubsort für betuchte Spanier aus dem 19. Jahrhundert. Bereits die ollen Römer suchten hier Erholung und Heilung von Krankheiten. Immer noch gibt es hier ein luxuriöses Grand Hotel und ein Casino. Zurück ging es weiter durch das Valle de Tena Richtung Biescas und weiter nach Torla und dem Eingang zum Ordesa Nationalpark. Man sagt ihm nach eine überragende Naturschönheit Europas zu sein. Da wir nicht zum Wandern hier waren, konnten wir uns davon nur vom Motorrad aus überzeugen. Dort angekommen erstmal links eine Schotterstrecke entlang des Rio Ara zur Brücke bei Bujaruelo, auf der Rückseite des Cirque de Gavarnie genommen. Nach dem Mittagspicknick direkt am Fluss sind wir nochmal direkt in den Nationalpark abgebogen. Am Ende der Nationalparkstraße suggeriert ein Parkplatz die Reisenden das motorisierte Gefährt abzustellen und zu Fuß die Schönheit der Natur zu erkunden. Angesichts der Temperaturen fiel die Entscheidung leicht und so haben wir kurzerhand gewendet um unserer nächstes Ziel, unser Hotel in Ainsa, der mittelalterlichen Hauptstadt des alten Königsreichs Sobrarbe anzusteuern. Es war gar nicht so leicht ein Hotel innerhalb der Mauern einer so alten Stadt zu finden. So sind wir erstmal schick über die eigentlich gesperrte Plaza Major gepflügt um dann die Entscheidung zu treffen, rechts durch den Torbogen oder links die Gasse um die Kirche herum? Ok, nehmen wir die Gasse, aber kaum waren wir um das nächste Eck, wurde diese immer enger und führte bergab. Mit knapp etwas über einem Meter passte der Tiger mit den Koffern gerade so hindurch um bei der nächsten Gelegenheit dann rechts die Treppe vor der Kirche wieder hoch zu fahren. Nach der anschl. schweißtreibenden Suche nach dem Hotels zu Fuß wurden wir schließlich fündig und haben zunächst mal das Gepäck abgeladen, denn wir wollten noch einmal los. Der Canyon de Anisclo wartete noch, abermals eine äußerst beeindruckende Schlucht die 10 KM lang und unglaublich tieeeef ist. Die Schlucht erinnert an amerikanische Canyons und ist eines der Highlights im Ordessa Nationalparks. Leider mahnte uns ein drohendes Gewitter zur Eile und so ging es flotten Rittes über einen Höhenzug zurück nach Ainsa....das Tour-Bier wartete schon auf uns und wir genossen es unter den Arkaden der Plaza Major. Ainsa war bis zum 11. Jahrhundert Mittelpunkt eines eigenen Landes bevor sie dem Königreich Aragon angegliedert wurde. Die Tapas zum Abendessen waren echt lecker und während wir gegen 22:30 unseren Absacker in Form eines riesigen Brandys genossen, füllten sich die Tische rund um die Plaza Major mit einheimischen Gästen, darunter viele Kinder. Tja, hier gibt es wohl einen anderen Biorhythmus als bei uns.
Das Hotel ist im übrigen eine gute Empfehlung, man wohnt in einem historischen Haus aber vergleichsweise preiswert durchaus komfortabel mit Blick auf den Fluss und das Motorrad steht in einer Tiefgarage. Villa Romanica…http://www.hotelvillaromanica.com/

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Rhöntourer » Di 9. Aug 2016, 21:43

30.06.2016 - Begengung mit der Guardia Civil und die verpasste Show

Die Sonne weckt uns, also schnell die am Vorabend gewaschene Wäsche von der http://www.tchibo.de/flexible-waeschele ... 86856.html geholt, übrigens eine echte Empfehlung für Motorradreisende und gepackt. Das Frühstück wie immer ausgelassen und aufs Moped. Nachdem die letzten 30 KM gestern nicht so spannend waren kurzerhand nochmal über die Karte geschaut und eine Planänderung beschlossen. Dazu später mehr. Erst mal ein paar Kilometer auf der Route um dann bei Castejon de Sos, einem Ort der angesichts der vielen Flugschulen und Eventagenturen anscheinend das Kompetenzzentrum für Paragliding in Spanien darstellt, erst zu frühstücken und nach einem Tankstop in das Valle Benasque abzubiegen. Ein nicht wirklich lohnenswerter Abstecher wie sich noch herausstellen sollte. Am Ende des Tals ein paar Fotos mit Blick auf den 3.404 m hohen Aneto gemacht und wieder umgedreht. Der Aneto ist der höchste Berg und damit quasi der Mount Everest der Pyrenäen. Zurück in Castejon de Sos von der Hauptstraße in den Ort abgebogen um prompt von der Guardia Civil gestoppt und darauf hingewiesen zu werden, dass ich gerade ein Stopschild überfahren habe. Die spinnen die Spanier. Na Egal, das Stopschild ist zwischenzeitlich auf dem Wege der Besserung und man belässt es bei einer Verwarnung und verzichtet auf € 200,-- Strafe. Weiter geht’s über den Col de Espina Richtung des nächsten Ziels das ganz oben auf der Liste stand: Taüll. In der dortigen romanischen Kirche Sant Climente soll es eine fantastische Lichtprojektion geben die ihres gleichen sucht. Aber da haben wir die Rechnung ohne die Spanier gemacht. Wir sind gegen 13:45 dort und was ist dem Spanier heiliger als alles andere? Seine Siesta! Die nächste Vorstellung ist erst um 16:15….schöne Sche…., hätten wir den Abstecher in das Valle Benasque nur gelassen. Noch zwei Stunden hier abhängen, das ist uns zu lange. Also genießen wir unter den Bäumen der benachbarten Bar noch einen Cortado und suchen vor dem drohenden Gewitter das Weite. Damit ihr seht was ich meine, hier ein Link zur Aufnahme der Projektion, die ein Fuldaer Varaderofahrer gemacht hat.
(Absolut sehenswert --> )

Schnell noch eine weitere Planänderung und das kleine Bergsträßchen links anstatt der Hauptstraße genommen und wieder reichlich Kurven genossen. Nach einem kleinen Picknick am Straßenrand, die Spanier haben wirklich kein Händchen für ansprechende Rastplätze an Landstraßen, erreichen wir La Pobla de Segur, den Blinker links gesetzt um durch den Congost de Collegats zu Cruisen. Der Congost de Collegats ist eine wilde Felsenschlucht, die nicht nur wegen der rötlichen Farbe und den Formen dem amerik. Monument Valley sehr nahe kommen dürfte und war dem Architekten Gaudi Inspiration für die Sagrada Famila in Barcelona.
Nach der Wende des Tigers kurz vor Sort genossen wir einen leckeren Cortado in einem Cafe in La Pobla de Segur, der Hochburg der Flößer. Am folgenden Wochenende wurde hier das Fest der "Raiers", der Flößer begangen, deshalb war die ganze Stadt mit Fahnen und Lichterketten geschmückt. Das anvisierte Hotel war dann schnell erreicht und ich muss erneut feststellen, in Spanien sind die Preise, im Gegensatz zu Frankreich noch in Ordnung. Für nen Fuffi gibt’s für 2 People ein Zimmer mit allem Schnickschnack inkl. Frühstück und Pool, das ganze an einem See gelegen…Top. Das Personal ist superfreundlich und das Abendessen im a la Carte Restaurant wirklich lecker und bezahlbar.

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitrag von Timberwolf » Mi 10. Aug 2016, 07:31

Wann fahrn wir los????? :94: :94:
So manches Abenteuer beginnt mit dem Satz:"Ich kenne eine Abkürzung!"
Schlechte Strassen führen oft zu den schönsten Zielen.

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