Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

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Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Rhöntourer » Mo 1. Aug 2016, 18:05

Die Anreise -1.300 KM bis an das Mittelmeer

So, das Abenteuer Pyrenäen kann beginnen, 8:00 Uhr und die Fuhre setzt sich in Bewegung, erstmal auf die Autobahn Richtung Frankfurt/Darmstadt/Basel und bei Mühlhausen über die Grenze. Eigentlich hatten wir aufgrund der Europameisterschaft in Frankreich und der aktuellen Terrorlage mit Kontrollen gerechnet, aber nix. Lediglich die deutsche Bundespolizei kontrollierte auffällige Fahrzeuge auf der Suche nach Hooligans. Also weiter, die Fahrt verläuft entspannt und wird nur von den obligatorischen Kaffee- und Pipi-Pausen unterbrochen. Nach gut 700 KM laufen wir in Bourge en Bresse ein und steuern ein günstiges und leider auch ziemlich trostloses Hotel in einem Gewerbegebiet an; nicht dolle aber für eine Nacht OK. Nach dem ersten Bier ein wenig ausgepackt und was zum Futtern gesucht, zum Glück gab es nicht allzu weit ein Steakhaus, das erstaunlich voll war. Wir haben jeder einen Burger verputzt und schafften es gerade noch rechtzeitig zurück ins Hotel bevor der Himmel seine Schleusen öffnete. Im ziemlich kahlen und nüchternen "Restaurant" des Hotels das Spiel Portugal/Österreich geschaut und bei ein paar Bier mit einem Holländer, welcher sich als Münsteraner herausstellte ein wenig geplaudert.

Nach einer einigermaßen ruhigen Nacht haben wir das "Kontinentale" Frühstück genossen, dass aber angesichts des einfachen Hotels erstaunlich gut war, selbst frisches Obst in Form von Äpfeln und Bananen wurde angeboten. Jetzt aber nix wie weiter. Zunächst mal war es Dank einiger Baustellen eine Herausforderung aus diesem Ort heraus zu kommen, was aber irgendwann gelang. Die Fahrt ging weiter über Landstraßen Richtung Lyon; dort am Stadion vorbei, das ganz im Zeichen der Europameisterschaft "geschmückt" war; im übrigen der einzige Hinweis auf die EM für den ganzen Rest der Reise. Hinter Lyon den Abzweig nach Saint Etienne gefunden und bei ziemlich kühlem Wetter, Regen und 8 Grad die Autobahn A75 nach Marseille bzw. Narbonne angesteuert. Interessanterweise verläuft die Autobahn durch das Zentralmassiv größtenteils auf 800-1.000 Metern Höhe und am Straßenrand stehen Schilder wie "Col des Issartets". Nach einem Rechtsschwenk ergibt sich auf einmal der Blick auf das Viaduc de Millau. WOW was für ein Bauwerk. Das Viaduc de Millau führt in Südfrankreich die Autoroute A75 über die Tarnschlucht und ist mit 2.460 m die längste Schrägseilbrücke der Welt und mit einer Pfeilerhöhe von 343 m das höchste Bauwerk Frankreichs. Das Viadukt ist im übrigen mit 6 Euro der einzige mautpflichtige Teil der ansonsten kostenfreien A75. Es folgt eine immer steiler werdende Abfahrt aus den Bergen in Richtung Küste, welche immer wärmere Temperaturen bringt und schließlich einen ersten Blick auf das Mittelmeer freigibt. Bei Beziers wechseln wir auf die A9 bzw. A61 und das Navi weißt uns die Richtung nach Carcasonne und wir erreichen nach wenigen Kilometern die Ausfahrt. Schnell noch die Maut bezahlt und über ziemlich üble Landstraßen zogen sich die verbleibenden Kilometer nach Moux. Der Tiger hat auf dem Hänger ziemlich geschwankt, so das selten mehr als Tempo 50 möglich war. Durch den Ort und den Hinweisschildern gefolgt, erreichen wir endlich das Maison Laz Clauzes, ein echtes Juwel wie sich schon bald für uns herausstellen sollte. Susanne, die Chefin begrüßte uns und gab uns die erste Einweisung in die Gepflogenheiten des Hauses. Untergebracht sind wir bei einer Nachbarin, die in ihrem Relais d' Alaric für uns ein seeeeehr geräumiges Zimmer bereithält und das voll und ganz unseren Erwartungen an ein mediterranes Landhaus entspricht. Der Blick aus dem Fenster fällt auf den Pool im Garten und die nahegelegene Eisenbahntrasse erweist sich als erstaunlich leise. Trotz oder gerade weil hier der Hochgeschwindigkeitszug TGV durchrauscht ist selten mehr als ein "Pfffp" zu hören, das wars. Das anschließende Abendessen im Maison Laz Clauzes ist super lecker und der Kontakt zu den anderen Gästen ist vorprogrammiert. Es gibt nur einen großen Tisch, was eine Sitzordnung oder Reservierung ziemlich überflüssig macht. Die anderen Gäste sind genau wie wir, ausnahmslos deutsche Motorradfahrer.

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Rhöntourer » Mo 1. Aug 2016, 18:17

20.06.2016 - Die Corbieres - Schluchten und Burgen

Nach einer wirklich guten und fest verschlafenen Nacht geht es ziemlich ausgeruht zum Frühstück ins Maison und bei einem Kaffee unter den Maulbeerbäumen werden die weiteren Pläne mit den anderen Gästen besprochen und deren Erfahrungen aufgesaugt. Bereits am Vorabend hatten wir uns mit Petra und Christoph aus Mainz sowie Bea und Lars aus Münster unterhalten. Während die ersten beiden auf dem Heimweg waren und hier noch ein paar Tage Station machten, sind die Münsteraner mit uns angekommen und hatten ihre Zeit noch vor sich. Wir sollten sie am Ende hier nochmal wieder sehen. Was sollten wir heute machen? Nun ich hatte eine Tour in unmittelbarer Umgebung auf dem Laptop, die in einem Reiseführer von Dirk Schäfer beschrieben ist und uns unter anderem zu den bekannten Burgen der Katharer führen sollte. Die Katharer waren Anhänger einer christlichen Glaubensbewegung, die vom 12. bis zum 14. Jahrhundert vornehmlich im Süden Frankreichs, aber auch in Italien, Spanien und Deutschland verbreitet war. Leider hatten diese andere Vorstellungen vom christlichen Glauben als die katholische Kirche und so wurden sie im Zuge von Kreuzzügen sowie durch die Inquisition durch die Kirche verfolgt und vernichtet. Hörte sich ganz gut an, also auf den Tiger und los.

Zunächst mal ging es durch die Montagne d'Alaric, einem kleinen Gebirgszug zu Füßen der Corbieres und durch eine erste Schlucht in Richtung Narbonne. Die Corbieres sind ein dünn besiedelter Landstrich, der vom Mittelmeer bis zum Fuße der Pyrenäen reicht und in dem vornehmlich Weinbau betrieben wird. Obwohl Narbonne sehr sehenswert ist hatten wir nicht vor Sightseeing zu betreiben, von daher hätten wir uns den Schlenker durch Narbonne eigentlich schenken können. Bei der Fahrt stadtauswärts werden wir von einer BMW GS Adventure überholt -Hamburger Kennzeichen- und freundlich, durch ausstrecken des rechten Fußes gegrüßt; noch ahnten wir nicht das sich die Begegnung wiederholen sollte. Kurz hinter Narbonne passieren wir die Salinen des Etang de Bages, an deren Seen auch Flamingos leben sollen. Nun ja es war Montag und die Viecher hatten wohl genau wie die Friseure frei, ich habe jedenfalls keinen gesehen. Über diverse kleine Col's ging es vorbei am Chateau Queribus zum Gorges des Galamus. Diese Straße ist der Hammer, klebt sie doch hoch über der Schlucht am Fels und ist stellenweise kaum 2 Meter breit. Gott sei Dank herrscht wenig Verkehr und so bleibt genug Zeit zum Fotografieren und genießen. Da die Schlucht nicht sehr lang ist, ist man auch schnell durch und kurvenreicher Asphalt führt uns zum Chateau Peyrepertuse. Hier fahren wir den drei Kilometer langen Abstecher bis zum Eingang der Burg, die auf einem schmalen Felsgrat thront und von unten kaum zu erkennen ist. Wir genießen einen fantastischen Ausblick, jedoch mahnt uns die herrliche Abendsonne doch langsam den Rückweg anzutreten und so geht es über kleine und einsame Sträßchen zur Montagne d' Alaric und unserer Unterkunft, wo pünktlich um 19:30 Uhr das Abendessen auf uns wartete. Dieses wurde an dem Tag in Form eines Grillabends gereicht, bei dem sich jeder der riesigen Auswahl an Fleisch und Fisch bedienen und nach Herzenslust über der Glut von Wachholder grillen konnte. Der Abend verlief extrem lustig in äußerst angenehmer Runde, in der viel über die Pyrenäen und das was man alles schon erlebt hatte oder noch erleben musste geschwätzt wurde.


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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Rhöntourer » Mo 1. Aug 2016, 18:20

Morgen geht's weiter....
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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Timberwolf » Di 2. Aug 2016, 06:05

h5 h5 :43: weiter so..
So manches Abenteuer beginnt mit dem Satz:"Ich kenne eine Abkürzung!"
Schlechte Strassen führen oft zu den schönsten Zielen.
www.2inschraeglage.de - Motorradreisen in und um Europa
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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Rhöntourer » Di 2. Aug 2016, 20:38

21.06.2016 - Endlich geht es los

Nach einem erfrischenden Sprung in den Pool und einer Tasse Kaffee wurde das Marschgepäck für die nächsten 10 Tage auf dem Tiger verstaut um den Rest im Kofferraum des Autos verschwinden zu lassen. Jetzt geht’s also los, das Abenteuer Pyrenäen wird wahr. Über kleine und verwundene aber sehr gut zu fahrende Sträßchen ging es zunächst wieder zum Gorges de Galamus. Der Gorges de Galamus bildet eine enge Verbindungspassage zwischen den Départements Aude und Pyrénées-Orientales und ist ein echtes "Must Have" wenn man in der Gegend ist. Den Besuch der verlassenen Einsiedelei, die wie ein Schwalbennest am Fels klebt lassen wir auch heute ausfallen, zumal hier kein Einsiedler mehr sein Dasein fristet. Wir biegen in St.-Paul-de-Fenouillet diesmal nach rechts in Richtung Axat und dem Gorges de l'Aube ab und folgen einer Strasse, die uns einen ersten Eindruck der folgenden Tage gab, Kurven zum schwindelig fahren und hinein in den französischen Teil Kataloniens und den Nationalpark Pyrenees-Catalanes. Mit dem Col de la Quillane stellte sich uns mit 1.713 m einer der ersten Hochgebirgspässe in den Weg, der aber schnell überwunden war um in Mont-Louis mit einem Linksschwenk in die Richtung nach Prades zu wechseln und alsbald einen ersten Blick auf den heiligen Berg der Katalanen, den Pic du Canigou zu erhaschen. Der Pic du Canigou ist der östlichste und markanteste Berggipfel der Pyrenäen. Er hat eine Höhe von 2.785 m und gilt als höchster Berg Kataloniens. In Prades nochmal einen Intermarche angesteuert, kalte Getränke und Sekundenkleber besorgt und schnell getankt. Die weitere Strecke führt uns in Richtung unseres ersten Etappenziels Ceret. Wir nehmen noch einen Abstecher zur Prieure de Serrabone mit, einer 1082 gegründeten Kirche. Es ist immer wieder beeindruckend, welche Vielzahl von Kirchen es hier gibt und an welchen Stellen diese errichtet wurden. Der Blick in die Karte verhieß auf dem nun folgenden Stück wieder einen ordentlichen Kurvenspaß, der leider durch die "Erhaltungsmaßnahmen" der franz. Straßenbauer ziemlich getrübt wurde . Die Strecke war frisch mit Bitumen und feinstem Split gesegnet. Eine hier übliche Art der Streckenerhaltung, deren Andenken ich in Form von Teerflecken und Splitkrümeln vermutlich noch in einigen Jahren am Tiger finden werde. Nebenbei bemerkt, ist diese Form des "Straßenbaus" auch dafür verantwortlich, dass der Reifenverschleiß im franz. Teil der Pyrenäen enorm ist. Daher die Empfehlung: Vor einer Pyrenäenreise frische Reifen aufs Moped ziehen! Dem ersten Schild, das nach Ceret wies, folgten wir und der Wegweiser führte uns über ein kleines und ziemlich anspruchsvolles Sträßchen zum Ziel; vlt. hätte ich doch auf der Hauptroute bleiben sollen. Berühmt ist Céret für sein Kunstmuseum und für seine Kirschen. Dank seiner klimatisch vorteilhaften Lage am Rande der Küstenebene des Roussillon herrscht hier im Frühjahr ein besonders mildes Klima, sodass in der Umgebung die Kirschen früher reif werden als andernorts in Frankreich. Darüber hinaus lebten und arbeiteten viele berühmte Künstler hier, deren Werke zum Teil im örtlichen Museum für moderne Kunst ausgestellt werden; u. a. Pablo Picasso. Dank Internet und Booking.com haben wir das Bed and Breakfest "L'Escalivade" ausgewählt, das sehr zentral am Eingang zum Stadtzentrum liegt. Der Wirt ist sehr freundlich, redet jedoch im Tempo eines Maschinengewehrs, so das wir nur ein Bruchteil des gesagten auch verstanden haben, aber egal. Das Motorrad kommt sofort in die Garage und wir nehmen erstmal ein kaltes Bier am Pool, herrlich !!! und nach der Dusche geht es mit reichlich Kohldampf zum Futtern ins Stadtzentrum. Vom Wirt hatten wir schon erfahren, dass am Abend ein Musikfestival in der Stadt stattfindet, was sich mit jedem Meter den wir näher an die Innenstadt kamen auch akustisch bemerkbar machte. Hier spielten mind. 20 Bands und Solisten vor so ziemlich jeder Lokalität der Stadt. Die Suche nach etwas essbarem gestaltete sich daher zunächst schwierig, da die Stadt und somit die Restaurants rappelvoll waren; an einem normalen Dienstag. Im Restaurant unserer Wahl beschied man uns zunächst keine Aussicht auf Erfolg einen Tisch zu ergattern, bis unser Vermieter, der ebenfalls hier gegessen hatte auf uns zukam und dem Kellner die entsprechenden Instruktionen gab. Also gut "En Dix minutes est une table libre"…na also, geht doch. Das Essen hat dann zwar noch eine gute Studne gedauert, war aber sehr lecker und wir begannen uns auf den Urlaub und die damit veränderten Zeiten einzustellen. Die erforderliche Gelassenheit kehrte ein. Über den handfesten Beziehungsstreit, der sich in der Nacht vor unserem Fenster abspielte, schreibe ich jetzt mal nix. Das Frühstück am nächsten Morgen war für franz. Verhältnisse jedenfalls sehr ordentlich und nach dem Packen ging es weiter.


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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Rhöntourer » Di 2. Aug 2016, 20:44

22.06.2016 - Kurven, Kurven, Kurven und ein Steak das nicht zu schaffen ist...

Kurz hinter Ceret, auf der Scheitelhöhe des 1.513 Meter hohen Col d'Ares überqueren wir erstmals die Grenze zu Spanien. Eine echte Premiere, das erste mal mit dem Motorrad in Spanien, Jipiee. Die Strecke verläuft durch das Vall de Camprodon nach Ripoll und gab uns erste Ausblicke auf eine tolle Landschaft und das was noch folgen sollte. Auffällig war schon mal der wirklich erstklassige Zustand der Straßen und der faktisch nicht vorhandene Verkehr. Es war gegen Mittag als das Magenknurren uns auf ein Picknick aufmerksam machte. Auf der Suche nach einem Platz für ein Päuschen nahmen wir kurzerhand ein Sträßchen links der Route bei dem sich zwar Kurve an Kurve reihte, jedoch kein Plätzchen zum Halten und Pausieren. Also nach 10 km gewendet und zurück zur Route und weiterhin erfolglos Ausschau gehalten. Kurz hinter Ribes de Freser stand ein großes Schild: "Achtung gefährliche kurvenreiche Strecke für die nächsten 30 km"! Aha, na den los. Dieses Schild war definitiv ein Versprechen und keine Warnung. Die Erbauer der Straße müssen verschiedene Aufträge gehabt haben, zunächst mal sich dem Gelände anzupassen und keine Gerade die länger als 100 Meter ist einzubauen, das ganze gepaart mit feinstem griffigen Asphalt und für den mehrspurigen Verkehr uninteressant zu machen. Ach so, einen Haken hatte die Sache, es gab keinerlei Möglichkeit eine Pause einzulegen. Es folgte ein Kurvenswing allererster Güte, über 30 km bis zum 1.790 Meter hohen Pass "Collada des Toses", von hier aus ging es weitere 30 km unter gleichen Bedingungen weiter. Die überfällige Pause haben wir schließlich fast mitten auf der Strasse gemacht, die Konzentration lies merklich nach und ich musste was Essen und Trinken bevor wir die nächste Stadt Puigcerda erreichten. Nach dem Auffüllen des Tanks ging es durch den Tunnel von Cadi, einer leider alternativlosen Mautstrecke um wieder in die Berge abzubiegen; die nach dem Tunnel auftauchende Stadt Berga links liegen lassend. Die Strasse windet sich durch den Wald und gibt immer wieder fantastische Ausblicke auf die umliegenden Berge frei. Auf dem Weg nach St. Lorenc de Merunys kommt plötzlich ein Wegweiser nach Knauf, komisch hört sich Deutsch an dachte ich mir und was soll man sagen, wenige Kilometer weiter kommt nach dem passieren eines Kalksteinbruchs ein Werk des deutschen Gipskartonherstellers. In der kurz darauf erreichten Stadt St. Lorenc de Merunys pflügten wir erstmal mit dem Tiger durch einen kleinen Park und stellten ihn auf dessen schattigem Fußweg ab um ein Päuschen einzulegen. Der erste Cortado der Reise, ein kleiner Kaffee mit gesüßter Kondensmilch schmeckte echt lecker und gab Kraft für den folgenden Col de Jou, der mit seinen 1.480 Metern Höhe den Mittelpunkt weiterer unzähliger Kurven der Serra de Querol bildete. Auch hier war von Verkehr keine Rede und so konnten wir die Kurven und gut geschnittenen Kehren in vollen Zügen genießen. Die weitere Strecke Richtung La Seu d'Urgell, dem heutigen Etappenziel war wenig spannend und etwas verkehrsreicher. La Seu ist das Zentrum des Kanusports und auf dem Fluss Segre wurden die Wildwasserwettbewerbe der Olympischen Spiele von Barcelona ausgetragen. Ein wirklich tolles und empfehlenswertes Hotel war wiederum dank Internet und Booking.com schnell gefunden. Es lag ein paar Kilometer außerhalb und ist relativ neu mit tollen Zimmern. Das Personal ist extrem freundlich und so wurde das noch schnell im Supermarkt gekaufte Bier und die Flasche Rose für den Sundowner auf dem Balkon kurzerhand in die Kühlung des Frühstücksraumes verfrachtet. Nach einer Dusche gestaltete sich die Suche nach etwas Essbarem relativ einfach. Das einzige Restaurant des Dorfes gehört zur Familie und ich kann jedem nur empfehlen, das Entrecote dort nicht für sich allein zu bestellen….es ist nicht zu schaffen. http://www.dolcethotel.com/ Alles in allem ein Top-Empfehlung mit Sternchen.

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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Timberwolf » Mi 3. Aug 2016, 09:04

Was eine geile Landschaft!

Schöner Bericht .. weiter so du kleiner Tigerbändiger :43: :43:
So manches Abenteuer beginnt mit dem Satz:"Ich kenne eine Abkürzung!"
Schlechte Strassen führen oft zu den schönsten Zielen.
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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Navi » Mi 3. Aug 2016, 18:26

:68a: Super euer Bericht und die Bilder....einfach toll :40:
Im Leben zählt nicht was du hast, sondern wen du an deiner Seite hast.
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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Volker » Mi 3. Aug 2016, 18:40

:43:
...schon mal an eine Karriere als Schriftsteller gedacht? :37:
Hier könnte Ihre Werbung stehen!
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Re: Pyrenäen 2016 - Das Reisetagebuch

Beitragvon Rhöntourer » Mi 3. Aug 2016, 20:43

:46: Und weiter gehts....
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